|
Das unfassbare Wochenende
in Worte gefasst:
Nach dem Einchecken im Hotel 4 Points Sheraton Milano
trafen wir Fahrer uns zu einem kleinen Umtrunk an der Bar. Wir wurden
uns vorgestellt und hatten sogleich den einen oder anderen spassigen
Kollegen ausgemacht. Abends ging es dann noch in eine "In-Kneipe"
in Mailand bei der die angegrauten Englischkenntnisse wieder ausgepackt
wurden.
Samstag: unser Renntag
Morgens um 7:00 Uhr war Abfahrt am Hotel. Total verschlafen
machten wir uns im Bus lang und dösten 40 min bis der Bus in Monza
ankam. Als wir sämtliche Kontrollen durchfahren hatten war auch
der letzte wach. Am Vodafone Race Track angekommen staunten wir nicht
schlecht über die Größe des Ganzen. Wir liefen durch
ein Portal in eine Art Arena. Links und rechts standen Grid-Girls und
applaudierten. Dieses Gefühl vergesse ich in meinem ganzen Leben
nicht mehr!
In der Mitte war ein Tisch mit 3 Pokalen aufgebaut. Darum ging es also.
Wir wurden vom Race Track Team begrüßt und
es begann das breafing. Zuerst war ein Qualy angesagt. 3 Runden zum
warm up und eine gezeitete Qualy Runde. Danach kamen die schnellsten
2 jeder Gruppe weiter. Diese mussten nun ein 5 Runden Rennen gegen einander
fahren. Die schnellsten 2 pro Rennen wiederum kamen in das Halbfinale.
Nachdem nun die schnellsten 4 ermittelt waren wurden
die 4 Finalisten bekannt gegeben.
PAUSE
Qualy der Formel 1
FINALE
Nun waren wir wieder dran. Neues Qualy und wieder 5
Runden Rennen waren angesagt. Hier hatte ich den ungünstigsten
aller Plätze ergattert -Grid No. 4 - Ich konnte mir die Paddock
Karten für Sonntag also aus dem Kopf schlagen. Aber aufgeben kommt
immer zuletzt! Schließlich ging es noch um das "Race of Honor"
- die besten 2 aus dem Finale gegen Schumi und Rubens - ich kämpfte
mich in den 5 Runden von Platz 4 auf Platz 2 und lag bei der Zieldurchfahrt
nur 6 sek hinter dem Gewinner.
Samstag 18:00 Uhr
Die lockere und unbeschwerte Stimmung nahm plötzlich
eine Wende. Polizia und breitschultrige Kerle in dunklen Anzügen
kamen durch den Seiteneingang. Dazwischen sah ich 2 rote Shirts. Das
mussten Sie sein. Wir wurden alle zusammengetrommelt um uns Richtung
Bühne zu begeben. Nun wurden die 4 Finalisten einzeln aufgerufen.
Den Anfang machte Dirk Pulver mein deutscher Kollege, welcher im Finale
den 4. Platz belegte. Als dritter wurde der Fahrer aus Ungarn aufgerufen.
dann war ich dran. Der Kommentator rief:
Bernda Woorner representing Vodafone Germania !!!
Ich stolperte auf die Bühne und stand den zwei
Menschen gegenüber die ich jahrelang bewundert habe, mit Ihnen
gefiebert, gelitten und mich mit Ihnen geftreut habe: Rubens und Michael
von Rubens kam ein freundliches Hallo, von Michael ein
"eiskalter" Händedruck. Oh je dachte ich - den kotzt
das ganze aber ziemlich an. Ich nahm meinen Platz auf dem Podest ein
und wartete bis auch Alessandro (aus Italien) neben mir stand. Michael
und Rubens überreichten uns die Pokale. Dann standen Sie direkt
vor unserem Podium und die italienische Nationalhymne wurde gespielt.
ca 2000 Fans und jede Menge Fotografen und Kameraleute machten ein grosses
Trara und mir ging noch immer der eiskalte Händedruck von Michael
nicht aus dem Kopf.
Dann ging alles blitzschnell. Michael, Rubens, Alessandro
und ich gingen auf den Truck und nahmen in den Ferraris Platz. Ich startete
mal wieder vom letzten Platz und hatte also die Creme de la Creme vor
mir. In der 2. Runde konnte ich Michael überholen. (was der wohl
dachte...?) Alessandro und Rubens lieferten sich vor mir ein hartes
Duell. Reifen an Reifen kämpften Sie sich durch die Schikanen von
Monza. Ich konnte Michael mit einem Abstand von 1.3 bis 1.7 sek hinter
mir halten. Dann kamen sich die 2 vor mir zu nahe und schossen sich
ab. Das war meine Chance ich zog an Ihnen vorbei und war erster. In
der letzten Runde kürzten dann Rubens und Michael die Strecke noch
unerlaubt ab und wurden disqualifiziert......(schlechte Verlierer??)
Nach dem Rennen wurden Sie sofort von Ihren Bodyguards
vom Truck gezerrt. In meinem kindlichen Gemüt hatte ich mir wenigstens
einen Händedruck oder einen Klaps auf die Schulter erhofft. So
war ich also der Sieger des "Race of Honor"

was mir von dem ganzen "act" blieb ist ein
ziemlich gemischtes Gefühl.
Den Rennsonntag hatten wir dann zu unserer freien Verfügung.
Die Atmosphäre in Monza ist schon einmalig, das kann man am Fernsehen
nicht nachempfinden. Für mich war dieses Wochenende eines der schönsten
in meinem Leben (wenn nicht gar das schönste) .....wenn da nur
nicht dieser kalte Händedruck gewesen wäre....
|